3. Neereder Fasenachtsumzug

17.01.2016 - 14:11 Uhr

Noch



Link:
Neereder Fasenachtsumzug


Kubik-Rubik Joomla! Extensions

Liebe Teilnehmer und Besucher des 2. Neereder Fasenachtsumzugs,

 

nach kurzer Sondierung möchten wir die Chance nutzen, an dieser Stelle unsere Eindrücke und ein Feedback aus Sicht der Veranstalter wiederzugeben!

Nach dem Auftaktdebut des 1. Fasenachtsumzug 2014 sind wir hochmotiviert und voller Elan in die Planung des 2. Umzugs gegangen.

Auf Grund eures Feedbacks haben wir zahlreiche Änderungen durchgesetzt. So zum Beispiel die Streckenführung und der Aufbau des Narrendorfes, und wir denken, dies auch mit Erfolg. Nach Rücksprachen mit den beteiligten Behörden der Stadt, der Polizei und des DRK haben wir auch deren Eindrücke berücksichtigt und in vollem Umfang umgesetzt. So wurde zum Beispiel ein Rettungszentrum am Ende des Narrendorfes eingerichtet. Leider mussten wir dadurch die Busparkplätze verlegen, aber ich denke ihr stimmt mir zu, dass das Rettungszentrum Vorrang hatte. Die Mannschaftsstärke der Polizei wurde in Abstimmung mit uns verdreifacht um wichtige Verkehrspunkte, wie zum Beispiel den Bahnübergang, durch Beamte der Polizei zu sichern, da es sich beim ersten Umzug gezeigt hat, dass Ordner und Schrankenanlagen hier keinen Einfluss auf die Menschen hatten.

Der Einsatz von Jugendschutzteams wurde durch uns forciert und auch von der Stadt und der Polizei befürwortet.

Im Vorfeld wurden verschiedene Konzepte aufgestellt. Die wichtigsten sind Verkehr, Rettung- und Brandschutz, sowie ein Facilitykonzept. Diese Konzepte wurden mit unabhängigen Behörden im Vorfeld besprochen und final mit den beteiligten Stellen und Behörden abgestimmt und festgelegt. In diesen Konzepten wurden alle relevanten Maßnahmen getroffen, um für die Sicherheit der Teilnehmer und der Besucher zu sorgen! Um nur ein Beispiel zu nennen, wurden 14 Verkehrsordner geplant, welche für die Absicherung des Verkehrs an der Umzugsstrecke zuständig waren. Dennoch erhöhten wir noch vor Umzugsbeginn die Anzahl auf 26, da verschiedene Einflüsse zu bewältigen waren.

Leider mussten auch wir schmerzlich feststellen, dass trotz noch so gut geplanter Konzepte auch immer ein nicht bedachter Worst Case eintreten kann, an dem im Vorfeld niemand glauben wollte.

So auch bei uns passiert! Leider wurden auch wir, wie die Veranstalter des Umzugs in Unzhurst (2014), von einer größeren Gruppe Jugendlicher regelrecht „überfallen“.  Diese Gruppe ist in keiner Form an Brauchtum oder Spaß an der Fasenacht interessiert. Diese Gruppe, welche verschiedene Umzüge in ganz Baden-Württemberg bereist, ist ausschließlich auf Krawall, exzessiven Alkoholgenuss und Gewalt aus. Dies mussten wir als Veranstalter, die Polizei als Sicherheitsbehörde und leider auch die teilnehmenden Umzugsgruppen und auch Besucher feststellen. Diese Gruppe war ausschließlich mit dem Ziel nach Neureut gekommen, um ihrer Aggression und ihrer Gewalt freien Lauf zu lassen. Durch bemalte Gesichter mit der Parole „ACAB“ was wörtlich „all cops are bastards“ also „Alle Polizisten sind Bastarde“ bedeutet, teilten sie dies uns und der Polizei mit. Bei Feststellung dieser Sachlage wurden weitere Kräfte der Polizei dazu alarmiert um Ausschreitungen vorzubeugen.

Tief betroffen und erschüttert hat uns die Tatsache, dass das Brauchtum der Narretei aus heutiger Sicht vieler nur noch aus massivem Alkoholgenuss besteht. Im Vorfeld haben wir sämtliche Anfragen zum Verkauf entlang der Umzugsstrecke untersagt. Bis auf ein Gasthaus, welches unmittelbar auf der Umzugsstrecke liegt, wurde dies auch durchgesetzt. Wir haben mit dem besagten Gasthaus ein Commitment getroffen, welches den Verkauf von Alkohol an Jugendliche betrifft. Dies wurde mehrfach von uns durch Testkäufe getestet und auch zu 100% von den Betreibern so eingehalten. Im Narrendorf wurde der Verkauf von Alkoholika jeglicher Art auf ein Mindestalter von 18 Jahren gesetzt. Der Einsatz von Teams des Jugendschutzes wurde, wie schon beschrieben, forciert. Leider ist es in der heutigen Zeit so, dass auf Veranstaltungen nicht das Angebot des Veranstalters genutzt wird, sondern seine „Verpflegung“ in jeglicher Form selbst mitgebracht wird, es wird sich zum sogenannten „Vorglühen“ getroffen und kommt somit schon deutlich betrunken auf die Veranstaltungen.

Dies ist heute leider Gang und Gebe! Dies ändert ein Veranstalter auch nicht! Hier haben die Erziehungseinrichtungen und das Elternhaus versagt!

Erschüttert hat uns ebenfalls, dass eine Mitwirkende einer Gruppe einen Schlag auf die Maske (Larve) erlitten hat, und eine teilnehmende Gruppe mit Kindern ebenfalls von einer Gruppe Jugendlicher belästigt wurde. Schade fanden wir dann aber, dass wir dies in den einschlägigen sozialen Medien lesen mussten und keiner der Beteiligten auf uns zu gekommen ist. Für die Kinder dieser Gruppe tut es uns sehr leid, dass sie unseren Umzug so erleben mussten!

Dennoch ist es nicht auszuschließen, dass einzelne Personen oder Gruppen die Frechheit besitzen, den Umzugsverlauf zu stören und sich zwischen den teilnehmenden Gruppen einreihen oder diese sogar belästigen. Leider ist dies heute ebenfalls Gang und Gebe und jeder Veranstalter hat damit zu kämpfen.

Leider hatten wir dieses Jahr die Situation, dass wir den Umzug zweimal für das Ein- und Ausfahren eines Rettungswagens anhalten mussten. Ein erwachsener Besucher brach auf Grund gesundheitlicher Probleme zusammen und musste Rettungsdienstlich versorgt werden. Weiter hatten wir mit zahlreichen Engstellen zu kämpfen, welche auf Grund höherer Gewalt (Brandstelle) und Baustellen gegeben waren und leider so kurzfristig nicht wieder beseitigt werden konnten. Deshalb stockte der Umzug leider, beziehungsweise wurde an einigen Stellen auseinander gerissen.

Für uns haben wir festgestellt, dass 120 Gruppen viel zu viel sind! Leider waren wir nicht selbstbewusst genug, um Gruppen abzusagen. Unser Umzug steckt noch in den „Kinderschuhen“! Deshalb empfanden wir es nicht für angebracht, Umzugsgruppen abzusagen bzw. den Anmeldeschluss, welchen wir schon 4 Wochen vorgezogen hatten, nochmals vorzuverlegen, um niemanden zu verärgern oder zu enttäuschen! Dies ist leider nach Hinten losgegangen! Wir haben die Gruppen auf Grund langer Wartezeiten verärgert, und wir haben die Besucher verärgert, welche ausharren mussten, bis alle Gruppen zu sehen waren. Hierfür entschuldigen wir uns in aller Form!

Diese Ausführungen sollen keines Wegs dazu dienen, dass alles „schön geredet“ wird! Sie sollen lediglich dazu dienen, die Sicht für uns als Veranstalter darzustellen, da sich nicht jeder vorstellen kann, welcher Aufwand, welche Verantwortung und welche Mühe in der Planung und Ausführung nötig ist, um ein solches Event durchzuführen! Kritik ist immer angebracht! Wer Kritik sucht, kann Kritik finden und kann diese auch gerne Kund tun! Nur diese Kritik muss zum einen den Tatsachen entsprechen und muss das Ganze an sich betreffen und abbilden! Vor allem haben Neid und persönliche Diskrepanzen in diesen Kritiken nichts zu suchen!

Die Bilanz dieser Veranstaltung zeigt dennoch deutlich, dass nicht alle Planungen und Konzepte falsch waren. Es wurden durch die Polizei 3 Ordnungswidrigkeiten (Sachbeschädigungen) aufgenommen, welche im Nachgang bearbeitet werden müssen. Das DRK hatte 2 Einweisungen in ein Krankenhaus zu bewältigen, welche zwar im Zusammenhang mit Alkohol stehen, aber keine Jugendlichen betreffen. Ebenfalls spielte Gewalt bei diesen Einweisungen auch keine Rolle.

Nach kurzer Findungs- und Beratungsphase sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir trotz dieser Vorkommnisse nicht aufgeben werden und den Umzug nach dem zweiten Mal nicht sterben lassen. Ein altes Sprichwort sagt, dass Rom auch nicht in einem Tag erbaut wurde. Unser Umzug steckt noch in den Kinderschuhen und muss sich erst etablieren. Auch wenn diese Vorkommnisse für uns einen Rückschlag bedeuten, sehen wir positiv in die Zukunft!

Wir sind schon in der Planung für den 3. Neereder Fasenachtsumzug und haben auch schon in den ersten 3 Tagen, zahlreiche Anmeldungen erhalten. Wir werden dieses Mal auf maximal 80 Gruppen beschränken! Leider wird es dann passieren, dass wir einigen Gruppen absagen müssen und bitten hier schon mal um Verständnis! In den kommenden Tagen werden wir die Einladungen mit Anmeldeformular versenden. Nichts desto trotz, ist die Anmeldung schon heute möglich. Unter www.spundefresser.de in der Rubrik „Umzug“ und hier unter „Anmeldungen“ kann zum einen das Anmeldeformular zur Bearbeitung am PC runtergeladen werden, um es uns per Fax oder Post zu schicken. Zum anderen kann aber auch wieder online angemeldet werden. Hier stehen die Auswahlmöglichkeiten „Fussgruppe“, „Musikgruppe“ und „Tollitäten“ zur Verfügung und kann für die jeweilig zutreffende Form online ausgefüllt werden.

Für die Planungen haben wir uns einen Sicherheitsberater mit an Bord genommen, welcher mit uns unser Sicherheitskonzept überarbeitet, um auf alle Eventualitäten eingestellt sein zu können. Dieser Berater hat mehrfache Erfahrungen im Bereich Großveranstaltungen, Straßenveranstaltungen und Fasenachtsumzüge.

Es ist zwar traurig, aber von Nöten – wir werden zahlreiches Sicherungspersonal einer Fachfirma einsetzen, die die Gruppen  und die Umzugsstrecke absichern. Diese Fachfirma hat ebenfalls schon zahlreiche Fasenachtsveranstaltungen im Umkreis abgesichert und dadurch enorme Erfahrung in diesem Bereich.

Die Aufstellfläche wird ebenfalls großzügiger gestaltet, um ein zügiges Anlaufen des Umzugs zu gewährleisten. Die Kräfte der Polizei werden nochmals stark verstärkt. Der Jugendschutz wird ebenfalls stark verstärkt. Wir werden unser Facilitykonzept nochmals umgestalten und hier Änderungen herbeiführen.

Wir würden uns wünschen, dass Sie trotz allem uns bei der Durchführung unseres Umzugs unterstützen! Nehmen Sie sei es als Teilnehmer mit Ihrer Gruppe teil oder kommen Sie als Besucher vorbei und genießen Sie gemeinsam mit Ihrer Familie unseren Umzug. Wir werden alle möglichen Vorkehrungen treffen, um die erlebten Vorkommnisse abzuwehren.

Für das schönste, älteste, farbenfrohste und bunteste Brauchtum der Menschheit – der Narretei!

Zu guter Letzt wünschen wir allen Veranstaltern, welche ihren Umzug noch vor sich haben, alles erdenklich Gute und viel Glück, dass sie von diesen Vorkommnissen verschont bleiben! Denn es gibt nichts schlimmeres als Veranstalter, wenn man mutwillig seine Veranstaltung kaputt gemacht bekommt, beziehungsweise von Personen, die von der Materie keine Ahnung haben und so eine Veranstaltung noch nicht selbst geplant und durchgeführt haben, kaputt geredet bekommt!

In diesem Sinne wünschen wir allen eine glückselige Fasenacht (Fasnet!) und grüßen mit

Narri Narro

 

Die Zunftmeister der Narrenzunft Neereder Spundefresser e.V.

 

Pierre Brenner und Peter Grimm

 

Sowie alle Mitglieder!



Diesen Beitrag teilen